Vor einigen Jahren durfte ich einen mir nahestehenden Menschen am Ende seines Lebens begleiten und dabei erfahren, welchen Stellenwert eine Lebensgeschichte in der Geschichte einer Familie haben kann. Zugleich wurde mir bewusst, welchen Reichtum ein solches Zeugnis darstellt, wenn ein Mensch seine Erinnerungen zu einem Ganzen verknüpfen, etwas Bleibendes hinterlassen oder seine persönliche Geschichte weitergeben möchte – insbesondere an seine Kinder.
Durch die Ausbildung zur Biografin bei Aleph-Écriture in Paris konnte ich einen Beruf entdecken, der die Bereiche vereint, die mir am meisten am Herzen liegen: den Menschen und das Schreiben.
Im darauffolgenden Jahr reiste ich nach Venedig und betrachtete den Canal Grande dabei als Metapher für ein biografisches Projekt: Erzähler und Biografin reisen gemeinsam auf dem Weg des Lebens, sie folgen dem Lauf der Geschichte, wie man einen Flusslauf folgt, und betrachten dabei gemeinsam die Erinnerungen, die wie Edelsteine durchs Wasser schimmern.
Die Biografin nähert sich ihnen vorsichtig, mit der Behutsamkeit eines Gondolieres, sie geht sorgsam mit diesen Kostbarkeiten um, um sie in Worte zu fassen. Das Durchqueren dieses biografischen Ozeans ist eine Reise, die je nach Wetterlage mal sonnig und mitunter etwas trüb ist, deren Ziel jedoch voller Verheißungen ist.

Unternehmen sind wie Menschen: Sie werden geboren, oft aus einer Leidenschaft heraus, sie wachsen, verändern sich, erleben Brüche und Neuanfänge, und manchmal vergehen sie auch. Sie tragen die Geschichte ihrer Gründerinnen und Gründer in sich, die daran gearbeitet haben, ihnen eine starke Identität zu verleihen und sie durch die Jahre zu führen – in einem mitunter rasanten Streben nach mehr Modernität und Zusammenhalt.
Eine Unternehmensbiografie zu verfassen bedeutet, den Lauf der Zeit in diesem Prozess anzuhalten und dem Unternehmen anhand seiner Vergangenheit sowie der prägenden Etappen Gestalt zu verleihen. Es bedeutet, sich der Geschichte anzunehmen, sie neu zu ordnen und dem Unternehmen die umfassende Darstellung zukommen zu lassen, die es
verdient. Im Zentrum dieser Arbeit treten Wahrheiten zutage, die mit der Zeit verblasst sein mögen, und das Herzstück des Unternehmens spiegelt sich im Licht einer literarischeren Sprache anders wider.
Der Fokus mag dabei unterschiedlich sein. Für manche Unternehmen geht es darum, eine Tradition, eine regionale Kultur, technologische Innovationen oder ökologische Fortschritte hervorzuheben; bei anderen stehen vielleicht eher die Menschen im Mittelpunkt: die Gründerfamilie, prägende Persönlichkeiten, die den Ruf des Unternehmens begründet oder neue Wege eingeschlagen haben, sowie die Mitarbeitenden, die sich gemeinsam für die Unternehmensziele eingesetzt haben.
Eine Familienbiografie ist eine Reise durch Raum und Zeit. Die Biografie ist der Rahmen eines Lebenswegs, sie umfasst kleine Anekdoten, die untrennbar mit der Familie verbunden sind, und bedeutungsvolle Momente. Zugleich ist sie eine sensible Form des Erzählens, die einen roten Faden sichtbar macht, die dabei hilft, Antworten zu finden, und
die es ermöglicht, sich zur eigenen Geschichte zu bekennen.
Die Beweggründe für ein solches Vorhaben sind von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche möchten Spuren hinterlassen, andere eine Lebensphase emotional verarbeiten, ihre Herkunft würdigen, eine Botschaft weitergeben oder ihre Identität neu reflektieren… In jedem Fall hält die Biografie fest, was die Erinnerungen uns erzählen.
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Der Impuls, selbst zur Feder zu greifen, ist vollkommen legitim und kann verschiedene Gründe haben. Dahinter kann der ureigene Wunsch stehen, selbst zu schreiben – oder auch die Sorge, sich in einer fremden Feder nicht wiederzufinden. Die Frage „Wie schreibe ich über mich selbst?“ kann jedoch verunsichern.
Meine Unterstützung in diesem Prozess kann verschiedene Formen annehmen:
• ein Beratungsgespräch vor dem Beginn, um Fragen zu klären und Zweifel auszuräumen;
• eine begleitende oder abschließende Lektüre, um eine neutrale Außenperspektive zu bieten;
• eine Überarbeitung, um den Text in seiner Ausdruckskraft und narrativen Dynamik zu unterstützen.
Das Schreiben eines Porträts ist eine besondere Erfahrung. Dabei geht es darum, auf Grundlage eines einzigen Gesprächs die passenden Worte zu finden, zu erfassen, was einen Lebensweg ausmacht, und mit Feingefühl und Authentizität eine emotionale Dimension wiederzugeben.
Ein Porträt verdichtet die Geschichte eines Lebens und den Charakter einer Person in einem kurzen Text (1 bis 3 Seiten), der sich oft an eine unbekannte Leserschaft richtet.
Dies erfordert Überzeugungskraft und schreiberisches Können.
„Der Duft der Seele ist die Erinnerung.“
George Sand
Liebe Großeltern,
vielen Dank für dieses Buch, das wirklich sehr gut geschrieben ist! Ich konnte dadurch viel über euer Leben erfahren, sowohl beruflich als auch privat. Ich habe auch nachvollziehen können, wie meine Mama war und was sie in ihrem Leben gemacht hat. Ich habe vieles gelernt und es sehr gerne gelesen. Es war ein echtes Vergnügen, und ich werde es mit derselben Begeisterung wieder lesen!
Ludivine
Herzlichen Glückwunsch, Isabelle. Mit so viel Feingefühl haben Sie mir geholfen, die Tiefe, Stärke und Vorbildfunktion von „Catherine und Michel“ als Paar zu erfassen und zum Teil neu zu entdecken. Ich bin tief berührt, dass meine Schwester und Michel ihr Herz geöffnet und mit solcher Natürlichkeit von ihren Erinnerungen, Träumen, Schwierigkeiten und ihrem gemeinsamen Glauben erzählt haben. Sie als Autorin sind dabei nicht wahrnehmbar – das ist beeindruckend… Gratulation zu diesem so liebevoll geschriebenen Familienbuch. Vielen Dank.
Solange
Dieses Buch ist unmissverständlich! Zwei Zeugnisse der Liebe, die zu einem werden. Das erzeugt Achtung und mündet in Hoffnung und Zuversicht –diese ergießen sich wie ein sanfter Strom an einem feinen Sandstrand… Gut, sehr gut. Respektvoll, spontan und unaufdringlich! Ein wahres Buch eben! Ein Werk, ein Fundament für kommende Generationen, um frohen Mutes ihre eigenen Ziegelsteine, ihren eigenen geschliffenen Stein, hinzuzufügen.
Christian